Feurio Fragen & Antworten - Begriffserklärung:
Überbrennen
Es scheint sehr in Mode zu kommen, das Letzte aus der Hardware herauszuholen
(auch mit dem Risiko von Funktionsfehlern). Das Übertakten von Prozessoren
ist ja schon "ein alter Hut"; jetzt kommt das "Überbrennen" von Rohlingen
in Mode. Hierbei werden mehr Daten auf den Rohling gebrannt, als eigentlich Platz
ist.
Was passiert beim "Überbrennen?"
Normalerweise hat eine CD-Rohling eine feste Maximalspielzeit. Diese Maximalspielzeit
ist auf dem CD-Rohling gespeichert und kann vom CD-Recorder ausgelesen werden;
Feurio!® kann die Maximalspielzeit vom CD-Writer erfragen. Die Maximalspielzeit
wird im Statusfeld angezeigt.
Nun kam vor einiger Zeit die Frage auf, was passieren würde, wenn man diese
Maximalspielzeit ignoriert und einfach frech mehr Daten zum Writer schickt.
Hier können 2 Sachen passieren:
Zum einem folgt nach dem Datenbereich ein sogenannter "Leadout-Bereich".
Dieser Leadout-Bereich stellt so etwas wie
einen "Abschluss" der CD dar. Der Leadout-Bereich
belegt normalerweise eine Spielzeit von ca. 90 Sekunden.
Mit dem Leadout-Bereich beginnt der CD-Writer
normalerweise erst, wenn die Aufzeichnung der Daten beendet ist (siehe unten).
Werden also mehr Daten geschrieben, werden die letzten Daten in den eigentlichen
"Leadout-Bereich" geschrieben. Für den
Leadout-Bereich ist dann natürlich nicht
mehr genug Platz vorhanden; das Leadout-Bereich
kann nicht vollständig geschrieben werden.
Nun ist ein nicht vollständig geschriebenes Leadout-Bereich
nicht weiter schlimm; alle bisher von uns getesteten Audio-CD-Player arbeiten
mit einem minimalen Leadout-Bereich (ca. 2
Sekunden) fehlerfrei..
Man erzeugt also eine CD, die nicht den Spezifikationen für eine Audio-CD
entspricht, aber trotzdem in der Regel läuft (wofür es aber keine Garantie
gibt)!
Zum zweiten könnte es sein, das der Hersteller des CD-Rohlings mit seiner
Angabe etwas übervorsichtig war, und noch Platz am Ende des Rohlings ist
- in diesem Fall geht die Aufzeichnung fehlerfrei weiter.
Wie weit man allerdings einen Rohling "überbrennen" darf, kann nur ausprobiert
werden (dies ist sowohl vom CD-Brenner als auch vom Rohling abhängig).
ACHTUNG: CDs werden von innen nach außen gebrannt, d.h. die letzten Daten
werden ganz außen auf die CD geschrieben. Zwar mag es sein, dass die Aufzeichnung
auf die äußersten Bereiche noch funktioniert, da diese Bereiche aber
evtl. nicht "richtig" behandelt werden, kann dies leicht zu Auslesefehlern führen!
Was kann alles passieren?
- Der CD-Writer startet die Aufzeichnung gar nicht erst
Vor dem Starten der CD-Aufzeichnung wird dem CD-Writer eine Liste der zu schreibenden
Tracks gesendet. Der CD-Writer könnte diese Liste überprüfen und
hierbei feststellen, dass die CD "zu lang" ist und sich weigern, die Aufzeichnung
zu starten. In diesem Fall gibt es keine Chance, die CD zu "überbrennen"
- Der CD-Writer ignoriert die weiteren Daten
Der CD-Writer könnte auch "merken", dass er am Ende des freien Bereiches
angekommen ist und die weiteren Daten einfach ignorieren. Beim Abspielen würde
dann der Track einfach abbrechen
- Der CD-Writer beendet die Aufzeichnung mit einer Fehlermeldung
Der CD-Writer versucht, die Daten (und dann später den LeadoutFAQ_VOCABLE_LEADOUT)
normal aufzuzeichnen. Sobald dann das "Ende" der CD erreicht ist, wird die Aufzeichnung
mit einer Fehlermeldung beendet.
Trat die Fehlermeldung im LeadoutFAQ_VOCABLE_LEADOUT auf, wurde das LeadoutFAQ_VOCABLE_LEADOUT
nicht vollständig geschrieben, die CD sollte aber trotzdem normal nutzbar
sein.
Trat die Fehlermeldung im Datenbereich auf, wurden zuviel Daten gebrannt, der
letzte Track ist daher unvollständig.
- Der CD-Writer könnte beschädigt werden
(Ist zwar sehr unwahrscheinlich, muss aber erwähnt werden)
Beim "Überbrennen" werden der CD-Writer und der CD-Rohling außerhalb
ihrer Spezifikationen betrieben. Dies könnte evtl. sogar zu einer Beschädigung
des Writers führen.
Hier erinnere man sich an die alten "Atari-Zeiten". Die Disketten hatten eigentlich
80 Tracks. Irgendwann kam dann jemand auf die Idee, man könnte ja 81 oder
82 oder 83 Tracks nehmen, was dann natürlich mehr Speicher bedeutete.
Die Folge war: Manche Laufwerke packten nur 80 Tracks, andere gar 86. Natürlich
liefen mit 86 Tracks beschriebene Disketten nicht auf den 80 Track-Laufwerken;
bei denen schlug dann der Kopf hinten auf (was dem Kopf sicher auch nicht sehr
zuträglich war); bei einem Laufwerk soll sogar mal der Kopf hinten aus der
Führung gefallen sein.
Ich glaube zwar nicht, dass das bei einem CD-Writer passieren könnte, aber
wer weiß.
- Die Aufnahme kann nicht korrekt abgespielt werden
Wie gesagt: Beim "Überbrennen" werden zum einen Bereiche des Rohlings beschrieben,
die nicht zum Beschreiben gedacht waren -> ob die korrekt gelesen werden können,
kann niemand garantieren.
Auch wird oft das LeadoutFAQ_VOCABLE_LEADOUT abgeschnitten, so dass keine korrekte
Audio-CD entsteht. Ob die jeder CD-Player lesen kann, kann daher auch nicht garantiert
werden
WARNUNG:
Das "Überbrennen" geschieht auf eigenes Risiko.
Hierbei könnten Rohling oder sogar der CD-Writer beschädigt
werden, auch werden hierdurch Rohlinge erzeugt, die
nicht den Spezifikationen für Audio-CDs entsprechen und daher evtl. nicht
auf allen CD-Playern laufen!
WIR EMPFEHLEN DAS ÜBERBRENNEN DAHER AUSDRÜCKLICH
NICHT!
Siehe auch:
Fragen und Antworten - Begriffsdefinitionen
Fragen und Antworten - Hauptseite
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