Feurio Fragen & Antworten - Begriffserklärung:
JITTER

Was ist Jitter?
Die Musikdaten einer CD werden auf einer einzigen, spiralförmigen Spur aufgezeichnet (wie bei einer Schallplatte). Die Daten liegen hier also als eine lange Kette von Bits vor, die im Idealfall kontinuierlich gelesen werden.
Im Gegensatz zu Festplatten oder Disketten sind die Daten nicht per se in Sektoren eingeteilt!

Bei CD-ROMs wird durch das Schreiben zusätzlicher "Sektormarken" wieder eine Art "logische Sektorstruktur" hergestellt, so dass die CD für den Computer wieder aus einzelnen Sektoren besteht, die der Computer direkt ansprechen kann.

Bei einer Audio-CD fehlen aber diese Sektormarken. Es gibt lediglich einen "Zeitcode", der in die Daten einkodiert wird. Dieser Zeitcode gibt die Position mit einer Auflösung von 1/75 Sekunde an. (Dieser Zeitcode wird auch für die Anzeige im Display der CD-Spieler verwendet).

Will der Computer nun eine bestimmte Position einer Audio-CD lesen, kann das CD-ROM wegen dieser fehlenden Sektormarken die Position nicht ganz genau ansteuern (eben nur mit einer Genauigkeit von 1/75 Sekunden).

Normalerweise ist das kein Problem, da ja mit dem Auslesen in der Regel bei einem Trackstart begonnen wird; ein Trackstart besteht ja sowieso aus Stille.
Im Verlauf des weiteren Lesens folgt nun das CD-ROM einfach der Spur und gibt die Daten an den Computer weiter.

Das Problem (die "Jitter-Fehler") treten nun in dem Moment auf, wo der Computer die Daten nicht schnell genug abnehmen kann und so das CD-ROM neu "ansetzen" muss. (Da sich die CD ja weiter im Laufwerk dreht, "verliert" der Lesekopf also erst mal die Spur und muss also erneut die Spur suchen und nun die Leseoperation neu starten).
Da es (anhand des Zeitcodes) nicht möglich ist, wieder genau die Position zu treffen, an der die letzte Leseoperation beendet wurde, werden also beim "Neustart" der Leseoperation einige Samples übersprungen oder noch mal eingelesen!
Den Effekt kann sich jeder leicht vorstellen!

Die Lösung (Jitter-Korrektur)
"Gute" CD-ROM-Laufwerke führen bereits "intern" ein Jitter-Korrektur, d.h. sie ergreifen bereits intern Maßnahmen, um auch bei einem "Neustart" der Leseoperation die korrekten Daten zu übermitteln.
In diesem Fall ist der Schalter "Jitter-Korrektur" auf "Aus" zu stellen.

Gerade bei IDE-Laufwerken ist dies leider oft nicht der Fall.
Zum einen hilft es oft bereits, die Lesegeschwindigkeit zu reduzieren, da so weniger Daten geliefert werden und so die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass der Computer die Daten nicht abnehmen kann. (Solange die Daten kontinuierlich gelesen werden, gibt es ja keine Probleme).

Zum anderen bietet Feurio eine Jitter-Korrektur per Software.
Die Funktionsweise der Jitter-Korrektur:
Ist z.B. eine Leseblockgröße von 20 aktiviert, würde Feurio ja normalerweise die Sektoren in folgender Reihenfolge lesen:
1-20, 21-40, 41-60, 61-80, 81-100, .....
Bei aktivierten Jitter-Korrektur mit 5 Sektoren wird jetzt der nächste Block um die entsprechende Anzahl zurückversetzt gelesen:
1-20,16-35,31-40,36-55,51-70,...

Es werden also immer 5 Sektoren "überlappend" gelesen.
Da ja der überlappende Teil identisch ist, kann Feurio!® durch einen Vergleich der gelesenen Daten feststellen, wie es die Daten zusammenfügen muss; es überprüft, wo die Daten, die bei der vorherigen Leseoperation zuletzt gelesen wurden, in den neuen Daten auftauchen und weiß so, ab welcher Position die Daten angehängt werden müssen.

Einstellungen für die Jitter-Korrektur
Feurio!® bietet eine integrierte Jitter-Korrektur.
Die Jitter Korrektur kann im Feurio! CD-Manager unter "Programm" -> "Programm-Paramter" -> "Device-Einstellungen" für jedes CD-ROM einzeln konfiguriert werden.

Folgende Einstellungen sind möglich:
Jitter-Sektoren:
Hier wird eingestellt, wie viele Sektoren für die Jitter-Korrektur verwendet werden sollen (d.h. wieviel Sektoren Feurio!® "zurückschauen" soll).
Der Wert sollte natürlich so gering wie möglich sein, um den Overhead zu minimieren.
Der genau Wert hängt von der Positionierungs-Genauigkeit des Laufwerks ab; ich habe schon Laufwerke gesehen, die sich beim Auslesen von Audio-Daten um mehr als einen Sektor "verschätzen"!
In der Regel sollten 1 oder 2 Sektoren ausreichen, bei Fehlern können auch ein paar mehr probiert werden.

Probleme bei der Jitter-Korrektur
Wie oben erklärt, beruht die Jitter-Korrektur darauf, dass die "Grenzbereiche" zwischen zwei Leseoperationen (an denen ja die Jitter-Fehler entstehen) doppelt eingelesen werden und dann ein Bitvergleich durchgeführt wird.
Insbesondere "billige" IDE-CD-ROM-Laufwerke sind aber nicht in der Lage, Audio-Daten korrekt einzulesen; sie liefern bei jeder Leseoperation verschiedene Daten (wahrscheinlich ist die Fehlerkorrektur für Audio-CDs nicht korrekt implementiert).
Da nun die Jitter-Korrektur darauf beruht, die gleichen Daten bei der erneuten Leseoperation wiederzufinden, funktioniert die Jitter-Korrektur natürlich nicht - die Leseoperation wird mit einem Fehler beendet.

Da man den Daten eines solchen Laufwerkes eh nicht vertrauen kann, sollte man sich am besten ein neues CD-ROM kaufen.
Ansonsten ist es oft eine Lösung, die Lesegeschwindigkeit zu verringern - bei einer geringeren Lesegeschwindigkeit sinkt zum einem die Wahrscheinlichkeit eines Jitter-Fehlers, da der Computer ja weniger Daten zu verarbeiten hat und zum anderen liest das Laufwerk die Daten in der Regel bei geringeren Geschwindigkeiten "besser".
Des weiteren sollten während des Lesens keine intensiven Festplattenzugriffe erfolgen!

Rückmeldungen
Nach einer Leseoperation werden gemeldet (wenn Jitter-Korrektur aktiviert wurde):
Ein Beispiel:
Bei aktivierter Jitter-Korrektur ließt Feurio!® bei der 1. Leseoperation z.B. die Sektoren 1-20, bei der 2. Operation dann die Sektoren 18-37 (Leseblockgröße: 20 Sektoren, Jitter-Sektoren: .
Normalerweise müssten ja die Daten der letzten zwei Sektoren der 1. Leseoperation mit den Daten der ersten beiden Sektoren der 2. Leseoperation übereinstimmen.
Ist dies der Fall, lag kein Jitter-Fehler vor, die Daten der ersten beiden Sektoren der 2. Leseoperation werden verworfen und der Rest wird an die Daten der ersten Leseoperation angehängt. In diesem Fall war also keine Jitter-Korrektur nötig, der Zähler wird daher nicht erhöht
Sind die Daten aber nicht gleich, lag ein Jitter-Fehler vor und Feurio!® versucht, wie oben beschrieben, eine Übereinstimmung zwischen den Daten zu finden und so die Daten korrekt anzufügen.

Siehe auch:
Fragen und Antworten - Begriffsdefinitionen
Fragen und Antworten - Hauptseite

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